Mond

The Edge Of Night


Teil: 1/1 [SongeFic]
Datum: unebaknnt (zu lange her...)
Warning: sad
Zusammenfassung: Über einen Wolf und über eine Flucht.
Disclaimer: Das Lied ist aus dem dritten HdR-Film, gesungen von Billy Boyd.
AN: ungebetat und außerdem meine erste je geschriebene SongFic, als ich grade im „Wolfsfieber“ war - und: nein, ich war nicht besoffen, als ich das geschrieben habe ^^


Home is behind
The world ahead

Die Ebene schien sich bis ins Unendliche zu erstrecken.
Er spürte den weichen Boden unter sich. Taufeuchtes Gras, Nebel, der sich sanft um ihn hüllte und auf ihn legte. Er konnte nicht weit sehen, doch das kümmerte ihn nicht.
Er rannte, rannte einfach drauf los, ins Ungewisse, spürte die Freiheit, wenn er im dahinflog.
Doch es war keine Freude, die ihn dabei überkam, nur das Gewissen, dass es das Letzte war, das ihm geblieben war, denn Verstoßene haben nichts, das sie ihr Eigen nennen können, außer sich selbst, ihrem Leben und ihrer beschränkten Freiheit. Er war allein, vor ihm war alles unendlich.
Er erinnerte sich vage an das Gefühl der Geborgenheit, der Gemeinschaft. Doch es war Vergangenheit.

There are many paths to tread
 
Er wusste nicht, wohin er gehen sollte.
Es war ihm egal. Jeder Weg war gleich. Jeder barg dieselben Gefahren, dieselbe Unendlichkeit.
Es war überall derselbe Boden, den er unter sich spürte. Überall derselbe, alles umhüllende Nebel.
Und doch waren es so viele Wege, die er einschlagen konnte und er musste einen wählen. Es gab kein Halten, keine Pause, nur die rhythmische Bewegung der Beine und das Gefühl sich davon tragen zu lassen, ganz gleich ob es einen bis an das Himmelstor oder das Ende der Welt bringen würde.

Through shadow
To the edge of night

Ihm blieb keine Zeit, sich umzusehen. Er wollte es nicht, denn umsehen bedeutete auch zurücksehen. Doch die Vergangenheit war fort und sie würde ihn nicht einholen. Dafür lief er zu schnell, immer schneller, nur darauf bedacht ihr zu entkommen.
Er war ein Verstoßener, ein verbannter der Gemeinschaft des Rudels. Es gab nichts mehr, das ihn zurückhielt.
Anfangs hatte er sich in der Dunkelheit einsam gefühlt. Jetzt war es selbst. Die Nacht war ab hier sein Element. Sie umhüllte ihn und das Licht über ihm war zu blass, um bis an sein innerstes vorzudringen. Dies war sein Weg und was an dessen Ende stand war unbekannt. Vielleicht war es wieder die Unendlichkeit oder der Rand der Nacht. Was dahinter lag, wusste er nicht.

Until the stars are all alight
 
Er rannte weiter. Er würde nicht aufhören, nicht bis er all dies beendet hatte. Alles lag hinter ihm, nur er war noch dort und um all dies zu beenden, musste er auch sich selbst hinter sich lassen.
Noch immer war das Licht da. Er blickte manchmal zu ihm auf, doch es war blass und undeutlich. Er wünschte sich noch einmal die Sterne zu sehen. Auch wenn er sie nicht sah, wusste er, dass sie da waren.
Während er lief, spürte er, wie sie auf ihn herabsahen.
Er fühlte, wie er selbst eins damit wurde, mit der Dunkelheit und dem Licht. Sie gehörten zusammen, das eine war ohne das andere nichts wert.
Er kämpfte, kämpfte darum aus der Dunkelheit herauszukommen. Der Glanz über ihm erstrahlte bei jedem Gedanken daran heller, die Sterne glühten fast als würden sie brennen. Doch wo ein Feuer ist, da bleibt am Ende nur Asche. Sie durften nicht vergehen.
Er rannte noch immer. Die Sterne waren ihm zum Wegweiser geworden und er folgte ihnen auf einem Weg, den er nicht kannte. Der einzige, den er vorher nie beschritten hatte.

Mist and shadow
Cloud and shade
 
Er war umhüllt von Nebel, Wolken und Schatten. Sie schienen mit ihm zu laufen und gleichzeitig zu jagen. Doch er gönnte sich keine Pause, sonst hätte er gesehen, dass es sein eigener Schatten war, der Schatten der Verzweiflung.
Es war die einzige Gesellschaft, die er hatte.
Der einzige, der ihn begleitete, seit sie ihn verstoßen hatten.
Er war ein Teil von ihm.
Es war eine späte Erkenntnis, zu spät.
Der Weg war jetzt verschwunden, seine Beine versagten ihm den Dienst. Doch er kämpfte nicht länger gegen seinen Schatten.


All shall fade
 
Sie waren nicht mehr über ihm, sondern vor ihm. Er glaubte sie fassen zu können, so schön und leuchtend. Er konnte sie spüren, ihr Licht war in ihm und die Dunkelheit umhüllte ihn. Er war ein Teil von ihnen, ein Stern am unendlichen Himmel. Etwas, das niemals vergehen würde, auch wenn die Welt ihre Bedeutung verlor.

All shall fade


Er lag einfach so da, inmitten den unendlichen Grasfläche. Er hechelte nicht mehr, sein Brust bewegte sich nicht.
Sein grauer Pelz war zerzaust, verfilzt und das Fell mit Schlamm verschmiert. Raureif bedeckte ihn, doch er spürte es nicht. Er konnte es nicht mehr.
Schaum stand an seinem Mund, doch der Speichel war fast angetrocknet und die Zunge hing ihm geschwollen aus dem Maul wie etwas, das nicht zu ihm gehörte. Seine Beine hatten ihn lange getragen, was schon fast an ein Wunder grenzte, so zerschunden und zerkratzt sie waren. Er war gelaufen, bis zum Ende, gehetzt von jenen, die ihn verstoßen hatten und von sich selbst.
Es war ein Weg ins Ungewisse gewesen, ein Kampf gegen das Dasein und er hatte auf seine Weise gesiegt.
Der Nebel lichtete sich, doch er würde es nicht mehr sehen, noch würde er die Möglichkeit haben sein Handeln zu bereuen. Es gibt Grenzen, die wir nur einmal überschreiten und der Sonnenaufgang nach der Nacht erreicht uns nicht mehr, er beleuchtet nur noch das Bild des Endes, das wir in unserer Verzweiflung wählen, ohne uns umzusehen, zu erkennen, was das Leben bedeutet.
Er war vor der Dunkelheit geflohen, vor sich selbst, doch da wo Licht ist, muss auch ein Schatten sein. Es war seine eigene Schattenseite, vor der er geflohen war. Regungslos lag der Körper da, doch er selbst war fort, in dieser Form auf immer vergangen – dafür aber weit entfernt, bei den Sternen.




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